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Interview mit Michael Rampf: Geschäftsführender Gesellschafter der Rampf Group

Seit ihrer Gründung im Jahr 1980 hat die Rampf Group als hochinnovative Unternehmensgruppe ihre Spuren in den unterschiedlichsten Branchen hinterlassen und ist heute nicht mehr vom Markt wegzudenken. Unter der Leitung von Michael Rampf, einem der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, machte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro. Die Ace25 Marketingagentur hatte die exklusive Möglichkeit Michael Rampf zu interviewen und Fragen zum Marketing des Unternehmens zu stellen.

Michael Rampf mit Ace25 Marketingagentur
Sebastian Ruopp, Michael Rampf und Teo Simeonov

Welcher Spruch prägt deine Arbeit?

Ich habe zwei Sprüche, die mich stark beeinflussen und in etwa in die gleiche Richtung gehen: „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder raus“ und „Der Ton macht die Musik“. Beide sind für mich als Unternehmer äußerst wichtig, insbesondere wenn es darum geht, Mitarbeiter zu führen.

Die Kunst, die richtigen Worte zu finden und effektiv zu kommunizieren, ist mitunter gar nicht so einfach.


Was macht die Rampf Group eigentlich?

Mein Vater gründete das Unternehmen im Jahr 1980. Erster Meilenstein des Erfolges unseres Unternehmens war die Entwicklung der ersten Kunststoff-Modellbauplatte.  Als Chemiker revolutionierte er damit den modernen Modell- und Formenbau indem er damit das bisherige Tropenholz Mahagoni ersetzte – ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Abholzung von Regenwäldern und andererseits technisch eine deutliche Verbesserung vor allem im Hinblick auf Dimensionsstabilität und Genauigkeit. Auch heute hat dieser Bereich noch einen Umsatzanteil von etwa 20%.


Die Rampf Group besteht mittlerweile aus diversen chemischen und maschinenbautechnischen Unternehmen. Das heißt, wir bieten spezielle chemische Lösungen zum Dichten, Vergießen, Verkleben und Gestalten. Zusätzlich haben wir umfassende Expertise in Leichtbau aus Composites, Misch- und Dosiertechnik, Automatisierung, Peripherie sowie weiteren Bereichen wie der Herstellung von Maschinengestellen aus Mineralguss. Hierbei fungiert Epoxidharz als verbindendes Element, ein Kunststoff, der Mineralien und Gesteine verklebt.

 

Unsere Unternehmensgruppe ist weltweit tätig, mit Produktionsstandorten in Deutschland, China, Japan, Korea, Kanada und drei Standorten in den USA.

 

Unsere Diversifizierung ist strategisch wichtig, vom Automotive-Bereich, der als schwäbisches Mittelstandsunternehmen natürlich einen wichtigen Bereich einnimmt (etwa 35% des Umsatzes der Rampf Group), über Elektro/Elektronik, Maschinenbau, Filtertechnik, Spezialmöbel, Bau- und Luftfahrtindustrie, Energietechnik bis hin zur Herstellung von Flügeln für Windkraftanlagen, Yachtbau und Schiene und viele mehr.


Wie nutzt ihr Marketing?

Ganz klassisch, wir setzen auf einen breiten Marketing-Blumenstrauß. Unser Repertoire umfasst Messen, Events, Symposien sowie traditionelle Medien wie Broschüren, Newsletter und Kundenmagazine. Seit einigen Jahren fokussieren wir uns auch auf Social Media und sind auf Plattformen wie LinkedIn, Xing, Facebook und Instagram aktiv. Die Ausrichtung unserer Kommunikation hängt davon ab, ob wir die Marke stärken, Produkte verkaufen oder unsere Arbeitgebermarke für potenzielle Fachkräfte, Auszubildende und Studenten etablieren möchten. Wir spielen die gesamte Bandbreite an Marketingmöglichkeiten aus, darunter auch einen YouTube-Kanal. Natürlich gibt es immer Raum zur Verbesserung, aber wir setzen regelmäßig Benchmarks, insbesondere im Messebereich. Auch im Bereich Social Media sehen wir uns in unserer Branche und Unternehmensgröße gut positioniert.

 

Ein zentraler Aspekt im Marketing ist für uns das Sportsponsoring, das als Mittel dient, um als Arbeitgeber in der Region präsent zu sein. Unser Ansatz zum Sportsponsoring ist einzigartig – geprägt von unserer Leidenschaft für den Sport als sportbegeisterte Familie. An jedem Standort evaluieren wir, welche Sportarten medial gut präsent sind und viele Menschen ansprechen. In den meisten Standorten engagieren wir uns im Handballbereich, teilweise auch im Basketball.

 

Wir haben beispielsweise vor einigen Jahren festgestellt, dass es uns schwerfällt, Mitarbeiter aus Tübingen zu gewinnen, obwohl es nur 20 Kilometer entfernt ist. Um dort präsenter zu sein, haben wir uns entschieden, die Tigers Tübingen im Basketball zu unterstützen.

 

Seit mehr als 10 Jahren sind wir auch im Ermstal im Handball aktiv, sowohl beim TV Neuhausen als auch bei den Tussies Metzingen. Über die Jahre hinweg sind wir durch unser Handballsponsoring sehr bekannt im Ermstal geworden. Ähnlich wollen wir es nun beim VFL Pfullingen handhaben, um im Echaztal bis nach Reutlingen wahrgenommen zu werden. Dieses Vorgehen praktizieren wir auch bei der HBW Balingen für den Standort Zimmern sowie in Göppingen und an anderen Standorten.

 

Zusätzlich unterstützen wir die Sportvereine direkt am Standort als Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber den Bürgern und der Gemeinde. Wir streben stets danach, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben, indem wir die Sportvereine in den Städten und Gemeinden, in denen unsere Unternehmen ansässig sind, sponsern.


Ace25: Das heißt die Sponsorings werden gezielt genutzt, um in die Köpfe der Arbeitnehmer zu kommen?


Genau darum geht es – als Arbeitgeber muss man langfristig bekannt sein, nicht nur für ein Jahr. Diese Langfristigkeit ist entscheidend, denn durch kontinuierliche Präsenz auf Trikots, LED-Banden oder anderen Werbeflächen gelangen wir nach und nach ins Bewusstsein der Menschen. Wenn es dann darum geht, den Job zu wechseln oder eine Ausbildungsstelle zu suchen, und jemand das Rampf-Logo sieht, kommen die Erinnerungen zurück. In diesem Moment haben wir erfolgreiches Sponsoring betrieben.

 

Wir haben häufig Schulklassen zu Besuch, und meine erste Frage lautet immer: Kennt ihr Rampf und wenn ja, woher? Wenn die Antwort lautet: "Von den Tussies Metzingen", dann weiß ich, dass der Effekt vorhanden ist und wir wahrgenommen werden.


Umsatzrekord nach Umsatzrekord: Braucht ein Unternehmen wie Rampf überhaupt Social Media?

Social Media ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Marketings. Dieser Bereich spricht vor allem jüngere Menschen an, wobei auch hier Unterscheidungen zu treffen sind. Ich dachte früher, ich wäre total trendy, wenn ich Facebook oder Instagram nutze, dabei sind diese Plattformen anscheinend mittlerweile für uns Ältere. TikTok habe ich nicht auf dem Handy, ich sehe es bei meinen Kindern. TikTok, Snapchat und so weiter – da kenne ich mich nicht aus.

 

Braucht ein Unternehmen das? Ich weiß es nicht, aber ich vermute, besonders im Ausbildungsmarketing, um die Arbeitgebermarke für potenzielle Auszubildende zu stärken, könnte TikTok in Betracht gezogen werden.

 

In unserem Kommunikationsteam haben wir einen Verantwortlichen, der sich zu 100% um Social Media kümmert. Außerdem bereiten wir mit unserem Team Themen auf für Fachpresse, allgemeine Imagepresse und Blogbeiträge. Natürlich pflegen wir auch Kontakte zu relevanten Netzwerken, um uns als gezielten Ansprechpartner zu positionieren, sowohl im Personalmarketing als auch in der Fachpresse.

 

Ob Social Media der Rampf Group tatsächlich potenziell mehr Kunden bringt, weiß ich nicht. Vielleicht stärke ich damit mein Image, indem ich betone, dass wir Experten auf unserem Gebiet sind. Doch vor allem im Kontext der Arbeitgebermarke ist Social Media für mich ein äußerst wichtiges Tool.

 

LinkedIn ist für mich ein Phänomen, das mittlerweile in zwei Richtungen geht. Sehr viele Menschen nutzen es, und wir werben auf LinkedIn natürlich für das, was wir tun und wie herausragend wir sind. Gleichzeitig ist es eigentlich eine Plattform zum Rekrutieren von potenziellen Mitarbeitenden und Auszubildenden. Meines Erachtens hat sich die LinkedIn-Plattform verändert. Anfangs lag der Fokus klar auf der Arbeitgebermarketingseite, so habe ich es lange Zeit auch wahrgenommen, und so wurde es natürlich betrieben. Aber ich habe den Eindruck, dass sich dies im Moment ändert.


Wie wird das Marketing der Rampf Group in Zukunft aussehen?

Ich denke, als Unternehmen muss man einfach sämtliche Instrumente im Konzert spielen können. Und wenn das Konzert wächst, muss man zwangsläufig mehr Instrumente hinzufügen. Da führt kein Weg daran vorbei – man muss sich kontinuierlich weiterentwickeln. Aktuell haben wir keinen TikTok-Kanal, aber wenn wir uns in einem Jahr unterhalten, kann es gut sein, dass wir mittlerweile einen haben. Gleichzeitig gibt es Plattformen, wie z.B. Xing, die momentan eher rückläufig sind.

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